Die Taz veröffentlichte am 28.01. einen Artikel mit dem Thema Vegan essen – aber Lederschuhe tragen?, der mich zu folgenden Überlegungen anregte:
Das Angebot ethisch einwandfreier veganer Schuhe ist in unseren Schuhläden noch nicht besonders gross. Gerade Schuhe probiert man ja vor dem Kauf gern an, um kein blaues Wunder zu erleben. Deshalb ist es schade, dass der Schuhkauf so oft nur online stattfinden kann.
Als Ladengeschäft mit grösserer Auswahl ist mir bisher einzig nur Vegane Zeiten in Köln bekannt, zu dem auch ein Onlineshop gehört. Leider habe ich es noch nicht geschafft, persönlich das Geschäft anzusehen. Die Inhaberin Annette Klietz hat seit dem letzten Jahr auch noch ein Geschäft (Goldene Zeiten), in dem sie vor allem Lebensmittel verkauft.
Ich habe meine ersten veganen Schuhe (abgesehen Schuhen aus Hanf) im Internetshop von Bourgois Bohème in London gekauft. Leider schlagen die Transportkosten nach Deutschland mit 32 Pfund (Vegane Zeiten 5,90 €) heftig zu Buche. Das lohnt sich also nur richtig bei Sonderangeboten oder im Schlussverkauf.
Ich hatte mich jetzt dazu durchgerungen, meinen Absichten Taten folgen zu lassen, nachdem ich vor fast einem Jahr schonmal einen Versuch gestartet hatte. Ich fühle mich viel wohler mit diesen als in Lederschuhen, nicht nur weil sie Klasse aussehen und der Tragekomfort sehr gut ist. Für mich geht es um die Tiere und zusätzlich darum, dass diese Schuhe nicht z.B. von Deichmann o.ä. kommen, die zwar auch viele vegane Schuhe haben, wo ich mir nicht sicher bin, wie alt die Näher überhaupt waren, die sie herstellten. Die Schuhe von Bourgois Bohème sind in Portugal zu korrekten Löhnen handgefertigt.
Leider ist es schwierig, mehr über die Materialien für die Schuhe zu erfahren, als dass es sich um eine Mikrofaser handelt. Portemmonnaies von Matt & Nat, die sie verkaufen, werden hundertprozentig aus Plastikflaschen hergestellt.
Natürlich habe ich mir als Veganer diese Fragen oft gestellt, ob Schuhe aus Erdöl wirklich besser sind als welche aus Leder. Sind sie es tatsächlich? Doch nicht nur ihre Tierqualbilanz, auch ihre Umweltbilanz ist besser. Um ein Tier für die Schlachtung zu züchten, werden Unmengen mehr an Ressourcen (Erdöl, Futter, Wasser, Strom) verbraucht, als für ein Paar Kunstlederschuhe aus Erdöl!!!
(Vielen Dank, Andrea. Der Satz in Deinem Kommentar war so treffend. Den musste ich gleich zitieren.)
(Vielen Dank, Andrea. Der Satz in Deinem Kommentar war so treffend. Den musste ich gleich zitieren.)
Nichtveganer empfinden Lederschuhe, Taschen, Gürtel, Handschuhe und Portemonnaises etc. bei Veganern und Tierschützern jedenfalls fast immer als absolut inkonsequent und meinen, deren Argumente für die Tiere mit ein, zwei flapsigen Bemerkungen darüber restlos vom Tisch zu fegen. Dann ist erstmal Schluss mit ihrem Nachdenken über das Los der Tiere. Schon aus diesem Grund trage ich lieber keine Lederprodukte. Auf jeden Fall kann ich so mit Mikrofaserschuhen viel mehr für viel mehr Tiere erreichen.
Den Tieren gegenüber machen mir meine Schuhe jeden Tag ein besseres Gefühl – egal, wie befriedigend meine Gesamtüberlegungen zum Thema bisher insgesamt ausgefallen sind.
Den Tieren gegenüber machen mir meine Schuhe jeden Tag ein besseres Gefühl – egal, wie befriedigend meine Gesamtüberlegungen zum Thema bisher insgesamt ausgefallen sind.
Mehr zum Thema unter:
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Als ich begann meine Ernährung von vegetarisch auf vegan umzustellen, dachte ich zunächst, dass es okay sei weiterhin Leder-Produkte zu konsumieren, da Leder ja schließlich ein “Abfallprodukt” der Fleischindustrie sei. Glücklicherweise kam es nicht dazu, dass ich irgendein neues “Lederteil” brauchte (Konsum reduzieren trägt auch viel für Mutter Erde & Ihre Wesen bei). Später dann setzte ich mich mit diesem Lederthema noch einmal auseinander: Laut PETA werden (wenn ich mich richtig erinnere) in Südamerika Rinder gezüchtet und zwar vorrangig um als Schuhe, Jacke, etc. zu enden. Somit war mir klar, dass Leder definitiv kein Abfallprodukt ist, sonder eine ganze Industrie! Nun, wer sich mit Veganismus auseinander setzt, der weiß, dass, um ein Tier für Schlachtung zu züchten, Unmengen mehr an Ressourcen (Erdöl, Futter, Wasser, Strom) verbraucht wird, als für ein Paar Kunstlederschuhe aus Erdöl!!! Für mich persönlich ist das eindeutig!
Zudem gibt PETA deutlich und ausführlich Einblick in die Lederindustrie: z.B. werden den Tieren ohne Narkose, bei lebendigem Leib, die Schwänze, Hörner, etc. abgeschnitten, um die Qualität des Leders zu verbessen. …
Ganz zu schweigen von unserer Gesundheit: Leder Produkte werden mit einer Giftigen Substanz behandelt, manche Leute reagieren sofort darauf (Allergie) – (die Quelle ist mir nicht mehr im Sinne, aber die Botschaft ist richtig). Und wir wissen ja, was auf unsere Haut kommt geht zu 80% in unser Blut über.
Das ist es was mir zu Leder gerade einfällt, natürlich sieht es toll aus, und ich persönlich ehre & achte meine Lederprodukte von früheren Zeiten. Viele Veganer trennen sich von ihren Ledersachen, allerdings muss man dann wieder konsumieren und weitere Ressourcen verbrauchen…
Hoffentlich ist das eine hilfreiche Information für die jenigen, die sich über Leder noch nicht so viele Gedanken gemacht haben. Mehr detaillierte Info mit Quellen auf http://www.peta.de
In Inspiration & Balance, Peace & Love, Andrea
Toller Kommentar, Andrea! Dankeschön! Ich denke, Du hast Recht, was die Erdöl-Bilanz von Leder- und Schuhen auf Erdölbasis angeht. In unseren Breiten sowieso. Und wenn Leder dann aus Südamerika importiert wird, spätestens durch den Transport.
Ganz liebe Grüsse, Christian