Welche Fette wann, Essensphasen und der Körper als sein bester Spezialist

Antwort auf die Fragen einer Freundin:

Nüsse

Im Augenblick sind Nüsse in der Ernährung genau richtig und kein Grund, Dir um das Thema Sorgen machen. Zu viele sollten es nicht sein, schon wegen dem Omega-6-Überschuss, doch gerade jetzt haben sie ja Saison und können uns mit dem versorgen, was wir gerade jetzt am dringendsten brauchen. Ich esse schon mal 10 Walnüsse oder so am Tag, dann aber wieder lange keine. Schau nur etwas auf reizende Wirkungen. Walnüsse beispielsweise können den Hals reizen, ayurvedische Ärzte empfehlen deshalb oft nicht mehr als 3 am Tag, bei Mandeln nicht mehr als 9. Ich bin was solche Reizwirkungen angeht eigentlich sehr sensibel, doch scheint hierbei die Menge für mich fast egal zu sein. Vielleicht liegt das an der Rohkost?

Die Ölfrage

Die Ölfrage löse ich, indem ich mal etwas Leinöl, mal Olivenöl oder Kokosöl esse. Doch beim Öl gilt, dass ich oft tage- oder wochenlang nichts benutze. Das kann mit Rohkost aber auch besonders einfach zustandekommen, da braucht das meiste eh kein Öl. Manchmal esse ich mehr grüne Salate, dann gibt es auch mehr Öl. In so einer Phase kann ich auch mal 250 ml Leinöl innerhalb von 4 oder 5 Tagen verbrauchen. Mit dem Leinöl halte ich es so, dass ich esse, wenn mein Körper es mir durch Appetit signalisiert oder wenn ich merke, dass ich zu wenig körperliche Fitness habe, die irgendwie mit meiner Atmung und Zellatmung zusammenzuhängen scheint. Dafür ist das beste, einfach ein paar Tage lang gut Leinöl zu essen. Die 250 ml sind dann nicht zuviel. Danach gibt es vielleicht zwei oder drei Wochen selten mal einen Salat mit Oliven-, Kürbiskern-, Argan-, oder auch wieder Leinöl. Kokosöl esse ich meist pur oder ich verwende es in festeren Zubereitungen wie Kuchen. Das ist besonders angesagt bei zu geringer Konzentration und Gedächtnisschwäche. Willst Du da fitter sein, nimm es eine zeitlang regelmässig. Auch hier lasse ich meist meinen Appetit entscheiden. Was mich immer wieder unterstützt, ist, dass ich extrem unregelmässig esse und täglich einkaufen gehe. Unregelmässig in dem Sinn, dass es keine festen Mahlzeiten und keine “Rituale” bei mir gibt. Mal beginne ich den Tag mit etwas “Herzhaftem”, mal mit etwas “Süssem”. Rohe Pizza oder Äpfel und Nüsse… so in der Art. Am nächsten Tag etwas komplett anderes. Ich lasse das meinen Körper entscheiden, mische mich kaum ein. Wenn ich im Laden stehe, nimmt sich mein Körper das, was er im Augenblick möchte – das Unterstützendste und Reifste, das er gerade bekommen kann, morgen vielleicht etwas komplett anderes. Selten nimmt er Nichtregionales – einige Mandarinen und Orangen aus Spanien oder im Moment auch mal Kakis aus dem nahen Osten. Ich esse selten Zubereitungen. Meist nehme ich die Dinge, wie sie sind, so also auch eher ein paar Blätter Salat und einen Apfel oder etwas Avocado statt einem Salat. Das führt natürlich auch zu einer weitgehend ölfreien Kost. Manchmal esse ich ein paar Sonnenblumenkerne, gerade jetzt nasche ich ganz gern an süsslichem Hanfproteinpulver (kein Isolat, 48,5% Eiweiss, keine 80 oder mehr), auch darin ist reichlich gutes Öl enthalten. Zwar mehr Omega 6 als 3, aber dann gibt es ja mal wieder etwas Leinöl.
Bei mir passiert das Ölessen immer in Phasen und ich schätze meinen wöchentlichen Ölverbrauch auf etwa 6 bis 10 Esslöffel. Gehärtete oder erhitzte Fette wie in den meisten Margarinen bekommt mein Körper sowieso nicht. Das ist das Wichtigste. Erst danach kommt die Frage nach den anderen Ölen und die nach der Erhitzung. Zum Erhitzen würde ich allgemein gesättigte Fette empfehlen, also z.B. Kokosöl, auch mal etwas rotes Palmöl von Aman Prana. Das ist kein Regenwaldpalmöl, doch auch da nehme ich selten welches.
Du kannst übrigens schon ein paar Esslöffel Kokosöl am Tag essen. Es gibt nicht wirklich ein Maximum, über das Du nicht gehen würdest, solange Du Dich damit gut fühlst. Die kalten Öle ersetzen die schlechten und verbrauchten Öle, die im Körper lange eingebaut sind. Insofern muss sich niemand Sorgen machen, solange es nicht viel zuviel Öl wird. Bis 30 Esslöffel Öl in der Woche im Gesamtverbrauch (einschliesslich dem in Nüssen und Samen enthaltenen) halte ich für optimal. Man kann auch sehr viel mehr essen ohne negative Wirkungen auszulösen, insbesondere Kokos-, Palm- und Olivenöl. Da geht es einfach nur darum, dass man auch noch genug der besonders wertvollen Früchte und grünen Blattgemüse isst. Das ist die grösste Gefahr: dass man zu viele Kalorien aus Öl zu sich nimmt, als dass man hinterher noch genug Vitalstoffe zu sich nehmen würde. Andererseits verringert gerade das Soloessen von einem Tee- bis Esslöffel Kokosöl viel Zuckerkram und Heisshunger. Die Frage der essentiellen Fettsäuren ist übrigens ähnlich zu beantworten wie die nach den essentiellen Aminosäuren. Um von beidem zu wenig zu essen, braucht es erheblich viel körperliche Arbeit oder Sport. Der Körper ist ein Meisterrecycler und stellt enorm viel aus eigener Substanz her. Wichtig zur Überprüfung des korrekten Masses sind körperliche und geistige Fitness. Ist man in beiderlei Hinsicht leistungsfähig und folgt seinen Instinkten, kann kaum etwas passieren. Das gilt jedoch nur bei einer weitgehend rohen Kost.

Omega 3 und Omega 6

Das Verhältnis von Omega 3 zu Omega 6 muss nicht unbedingt 3:2 sein. Der Körper tut vieles in seinem Inneren von dem wir nicht die geringste Ahnung haben und scheidet zusätzlich das meiste von dem ungenutzt aus, das er nicht benötigt. Bei gesättigten und ungesättigten Fettsäuren ist es ähnlich. Wir müssen uns abgewöhnen, in so einer Art Mengen- und Verhältniswissenschaft zu denken. Das ist unorganisch und entspricht dem Leben nur in seltensten Fällen. Der Körper ist der eigentliche Spezialist, dem wir sein Handwerk überlassen sollten. Tiere haben in einem Leben unzählige Nachkommen, Menschen kaum welche. Sie leben im Verhältnis der Spannen von der Geburt bis zur Erreichung der Geschlechtsreife und von da bis zum Tod sehr viel länger als Menschen, sind sensitiv und körperlich ungleich leistungsfähiger, halten Wetter wirklich aus, nicht nur am wärmenden Kamin. Wir können von ihrer Körperlichkeit bestens lernen und sollten schauen, was unsere nächsten Verwandten, die Bonobos, fressen. Sicher keine isolierten Fette, vor allem grüne Blattgemüse und Obst.

Kaffee und Harmonie

Ich freue mich darüber, dass Du es ohne Kaffee versuchen möchtest. Ich bin gespannt, wie Du Dich damit in zwei Wochen fühlst. Mir bringt er einfach eine grundlegende Unruhe und auch mein Körper fühlt sich damit nicht sehr harmonisch. So verzichte ich gern auf ihn. Grünen oder Schwarzen Tee habe ich zu lange nicht mehr getrunken, um mich an seine Wirkung zu erinnern.

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