Wer gerne Saft trinkt, wird um einen langsamdrehenden Entsafter (40 U/min) nicht herumkommen. Trinkt doch mal nebeneinander einen Saft aus einem Entsafter und einen aus einem Mixer. Der aus dem Mixer hat ungefiltert eine unnatürliche Homogenität und Cremigkeit, gefiltert eine unnatürliche Homogenität und relative Leere. Der Saft aus dem Entsafter dagegen wird eine sortentypische, ganz individuelle Konsistenz aufweisen und auch anders schmecken. Individualität ist etwas, das wir meist zu selten beachten. Dabei ist sie ein Wert für sich und ebensosehr ein Genuss, den wir im Essen wie auch sonst im Leben suchen sollten. Für die Frage Smoothie oder Saft ist das noch keine Antwort, also weiter.
Immer wieder wird es in der Rohkost verschiedene Tendenzen geben. Der Gebrauch von Multifunktionsentsaftern und der Smoothyhype sind zwei davon. So, wie sich Multifunktionsentsafter eigentlich überlebt haben, weil sie unhandlich, umständlich, mit Kraft zu bedienen, schlecht und langwierig zu reinigen sind und jeweils nur für weiches Entsaftungsgut, hartes Entsaftungsgut oder Gräser und Kräuter gute Ergebnisse bringen, werden auch die Mixer wieder ihren eigenen Platz bekommen – nicht mehr als Hauptgerät, sondern als eines von zwei bis vier Geräten: Entsafter, Mixer, Küchenmaschine und Getreidemühle.
Dass die Multifunktionsentsafter teilweise auch Aufgaben von Küchenmaschine und Mixer übernehmen können, wie das Zubereiten von Nussmusen, Getreidepasta, Eiscreme und Mischungen für sehr feine Energiebällchen, ist schon mal schön. Dass ihre lästige Reinigung jedoch dazu führt, dass sie viel zu selten zum Saftmachen benutzt werden, ist auch klar. Das ist aber wieder ihre Gemeinsamkeit mit dem Saft aus Mixern. Man stellt ihn nicht oft genug her, weil er nicht so lecker wird und weil das Hantieren mit Mixer, Filtern oder Nussbeuteln doch meistens eine Sauerei ergibt. Die Lösung ist eben kein Gerät, das alles kann, sondern ein Nur-Entsafter und ein zweites Gerät. Vertikal-Entsafter wie der Hurom sind für mich die einzigen Entsafter, die in puncto Entsaften alles können, superschnell und einfach zu reinigen sind und deshalb meist täglich zum Entsaften benutzt werden, auch auf Reisen. Sie ziehen von selber ein statt dass man mit Kraft drücken muss, kommen mit jedem Entsaftungsgut von weichem Obst über hartes Gemüse bis zu Kräutern und Gräsern sehr gut klar, haben eine geringe Standfläche und sind durch geringeres Gewicht auch gut zu transportieren. Sie können zwar nichts als Saft machen, doch ist ein Entsafter, dem täglich benutzt besser als einer, der nur immer in einer Ecke steht.
Natürlich gehen die langsamdrehenden Entsafter schonender mit dem Entsaftungsgut um, als andere Entsafter oder gar Mixer. Der Blendtec arbeitet mit 29.000 Umdrehungen pro Minute, der Vitamix mit 27.000, der Greenstar mit 110, der Hurom mit 80. Ein Entsafter aus dem Elektromarkt arbeitet meist mit mehr als 1.000 Umdrehungen pro Minute.
Langsandrehende Entsafter machen in der Regel die Zellen erreichbar, zerreissen sie aber nicht, wie die Mixer es tun. Beim Smoothie ist dieser Effekt ja für die höhere Verfügbarkeit aller Inhaltsstoffe erwünscht. Dabei werden die Sauerstoff gegenüber empfindlichen Obstsaftbestandteile durch die Antioxidantien der grünen Blattgemüse geschützt. Die fehlen beim Obstsaft aus dem Mixer aber. Mixt man im Mixer jedoch Obst und Blattgemüse hat man einen Smoothie. Filtert man diesen, fehlen die meisten an die Blattgemüsefasern gebundenen Antioxidantien wieder.
Der Effekt, dass beim Entsaften Trester übrig bleibt, den man nicht benutzt, ist total erwünscht. Ihn zu verwenden, ist bei Cräckerherstellern sehr beliebt, aber für den Privatanwender als Dauerzustand nicht Sinn der Sache. Beim Safttrinken geht es ja gerade um Energie, Vitamine, Vitalstoffe, Reinigung, Leichtigkeit und Klarheit, während es beim Smoothie um Versorgung mit Vitaminen, Antioxidantien, schwer verdaulichen Fasern und Kalorien geht. Leider wird das Smoothie-Trinken oft übertrieben, so dass nicht verdaut wird, was in den Körper hineingeschüttet wird. Weniger ist dort mehr. Auch sollte das Einspeicheln Standard bleiben. Für die Zähne sind die Säuren und Zucker aus dem Obst ja durch die Blattgemüse und Wildkräuter gepuffert. Beim Safttrinken geht es viel stärker darum, den Körper aus Krankheiten herauszubringen, ihn mit allem zu fluten, was er braucht und ihn gleichzeitig zu entlasten.
Was mir aber noch sehr wichtig zu erwähnen ist, ist dass ich gar nichts davon halte, Säfte oder Smoothies länger stehen zu lassen, wie das insbesondere mit Smoothies heute mehr und mehr um sich greift. Auch wenn Smoothies besser vor Oxidation geschützt sind. Sie sind es beileibe nicht vollständig und jeder kennt die Farbveränderungen, die auch im Smoothie vor sich gehen. Die Inhaltsstoffe von Smoothies und Säften sollen ja mit ihrer ganzen Energie und Inhaltsfülle dem Körper zur Verfügung stehen und nicht untereinander reagieren, bevor sie getrunken sind. Beide sollten innerhalb einer halben Stunde nach der Herstellung getrunken werden, der Smoothie sonst besser mit der nächsten Mahlzeit. Nur so bekommen auch die Zähne wieder genug Zeit für den Basenausgleich.









Vielen Dank für die vielen wichtigen Hinweise! Das ist wirklich ein toller Artikel!
Aber man muss auch zugeben, dass Mixer und Entsafter die vegane oder Rohkost-Ernährung ziemlich auffrischen und noch abwechslungsreicher machen. Was würden wir nur ohne diese Küchengeräte tun…
Ganz liebe Grüße von Lisa.
Das ist wahr, Lisa! Sie vereinfachen die Rohkost schon ungemein und machen sie so viel abwechslungsreicher! Ganz liebe Grüsse, Christian