Kürzlich haben 9 Basisgruppeen der Veganen Gesellschaft sich für aufgelöst. Eine 10. hatte das schon früher getan. Ich weiss nicht, wie es um die Gesamtentwicklung der Gesellschaft bestellt ist, das hat mich bisher nicht interessiert. Ich kenne auch ihren Vorsitzenden, Christian Vagedes nicht persönlich. Ich habe mal eine Rede von ihm gehört, die mir nicht gefiel, gerade ein Video gepostet, das mir sehr gut gefiel und habe von verschiedenen Seiten das Unterschiedlichste gehört. Meistens Dinge, die mit einem ungenügenden Verständnis von Mitbestimmung und fehlender Toleranz anderen gegenüber zu tun hatten.
Ich werde mir weiterhin darüber kein Urteil erlauben, auch wenn ich dann und wann danach gefragt wurde. Ich wünsche der VGD und den aufgelösten Basisgruppen gleichermassen viel Erfolg für ihre wertvolle Arbeit.
Die Auflösung der Basisgruppen zeigt nach meinem Dafürhalten deutlich, wie es um das Mitbestimmungs-, Demokratie- und Toleranzverständnis bei der Mehrheit der Veganer bestellt ist.
Was ich dazu bemerken mag, ist, dass es – ganz selbstverständlich – völlig verschiedene Typen und Gruppen von Veganern gibt, wie überall sonst in der gesamten Gesellschaft. Veganer sind nicht nur Spiegel der Gesellschaft, die unterschiedlichen Gruppen unter ihnen empfinde ich als gleichermassen wichtig. Alle geben anderen wichtige Impulse, die vielleicht sehr schnell, vielleicht auch erst sehr viel später ihre Wirkung tun.
Die besonders Heftigen unter den Veganern, die jedem ihr Verständnis vom Leid der Tiere und der Pflicht zum Veganismus aufdrücken, gibt es genauso, wie ganz private Veganer, die für sich und niemand anderen ihr veganes Leben praktizieren und sehr tolerante Aktivisten, die wieder sehr viele Menschen zur veganen Lebensweise bringen, jedoch ausserhalb ihrer Blogs und von veganen Gruppen, nur dann und wann mal etwas zum veganen Leben sagen, dann wenn es passt und durch positive Erlebnisse mit Veganern oder negative mit der Tierhaltung oder mit nichtveganem Essen aktuell geworden ist und sich ihr Gegenüber darin sicher ist, dass nichts von ihm verlangt wird, dass er nicht selber gerne tun möchte und dass ihm auch weiterhin nichts aufgedrängt wird, sondern er wenn und wobei er es mag, Unterstützung erhält. Wenn die Menschen mit denen man zusammen ist, lange genug vegan gegessen haben ohne davon je Notiz genommen zu haben, lässt sich für sie viel einfacher erkennen, dass veganes Essen in der Regel nichts mit Verlust zu tun haben muss sondern sehr häufig mit Opulenz, bestem Geschmack und optimalen Allgemeinbefinden verbunden mit geringstem Zubereitungsaufwand, Zeitersparnis und optimierter Gesundheit. Wieso auch sollte Gutes, das man für andere tut nicht auch mit Gutem, das man für sich selbst tut, verbunden sein?
Was man mag und für sich wählt, wählt man meist auch Kontakten aus. Ich habe deshalb kaum einmal Kontakt zu nichttoleranten Veganern, kann auch nicht sagen, wie viele es von ihnen gibt und welche Grösse sie unter allen Veganern ausmachen. Von meiner Erfahrung her, gibt es diese heftigen Veganer kaum. Ihre Erfolge beim Überzeugen für eine vegane Lebensweise scheinen mir so eher sehr viel geringer zu sein, als die der aktiven Vertreter der toleranten Ansätze. Gerade unter den Aktivsten scheinen mir die Toleranten in der Überzahl. Es geht einfach darum, Menschen zu bewegen, sich ohne tierische Produkte zu ernähren und tierische Produkte auch im sonstigen Leben nicht zu benutzen. Das ist so einfach zu vermitteln wie ein solches Leben einem selbst leicht fällt.








