Wir haben die natürlichen Rhythmen und Betätigungen des Lebens aller anderen pflanzenfressenden Tiere aufgegeben. Das ist der Grund, weshalb wir fast täglich kleine Mengen konzentrierter Fette in unserer Ernährung und für unsere Körperpflege brauchen. Wir verbringen nicht mehr die meiste Zeit des Tages für die Nahrungsaufnahme, sondern wenden unsere Zeit für andere Zwecke auf.
Welches Fett?
Als hauptsächlich zu nutzende Öle empfehle ich Leinöl und Hanföl für die Omega-3-Fettsäuren sowie Kokosöl für die gesättigten, mittelkettigen Fettsäuren und als Basis der gesamten Kosmetik. Diese Öle helfen uns, wach, konzentriert, gedächtnisstark und leistungsfähig, zu bleiben, erhalten unser hormonelles Gleichgewicht und helfen beim Abtransport fettlöslicher Schlacken.
Geht es um vertrauten Geschmack, so setze ich in manchen Gerichten zusätzlich Olivenöl ein, als neutral schmeckendes Öl selten auch mal ein paar Tropfen Rapsöl.
Wieviel Fett?
Abhängig von Körpergrösse und körperlicher Betätigung sind ein bis drei Esslöffel Öl pro Tag für die Versorgung ausreichend. In Form von etwas Omega-3-haltigem Öl wie Lein- oder Hanföl und etwas gesättigtem Fett wie Kokosöl. An der Mehrzahl der Tage – nicht jeden Tag.
Wann, wie und mit welchen Mahlzeiten?
Zum Beispiel solo ein Teelöffel Kokosöl am Morgen oder zwischendurch, wenn man müde und unausgeglichen ist, etwa wenn man von der Arbeit oder der Schule nach Hause kommt. Die mittelkettigen Fettsäuren des Kokosöls werden dabei so schnell in Energie umgewandelt wie Traubenzucker, ohne den Blutzuckerspiegel erst zu erhöhen und später in den Keller zu jagen. Ein Tee- bis Esslöffel voll Kokosöl beim Heimkommen ist deshalb vielen schon zu einer lieben Gewohnheit geworden.
In einem Zitrus-Öl-Drink (1 Tee- bis ein Esslöffel, beide Formen sind optimal, um andere Verdauungsvorgänge nicht zu behindern) für einen energiereichen Start in den Morgen.
In kleinen Mengen an Salat, Suppen oder Rohkost-Torten für den Geschmack.
Womit nicht?
Besser nicht oder selten zusammen mit Zucker oder konzentrierten Kohlehydraten wie Stärke, um die Fettzellen nicht zu überfüttern.
Welche Fette?
Frisches Leinöl ist das einzige Öl, dass einmal bekämpftem Krebs zuverlässig kein neues Futter gibt. Deshalb ist es das einzige Öl in der Gerson-Therapie. Es versorgt bestens mit Omega-3-Säuren und ist ein Zellatmungsbooster (nicht mehr als ein bis zwei Esslöffel täglich in der Daueranwendung nehmen – es ist sonst hormonell aktiv). Ich empfehle vor allem das Öl von Rapunzel, das unter Luftabschluss gewonnen und abgefüllt wird, dunkel verpackt ist und von dem in vielen Bioläden viel verkauft wird (dadurch ist frisches Öl da). Bitte Leinöl im Kühlschrank lagern (und dort nicht in der Tür – zuviel Bewegung). Es ist das am schnellsten verderbende Öl – deshalb Luftabschluss, Kühle, Dunkelheit und wenig Bewegung. So hält es am längsten. Es ist übrigens nicht ungewöhnlich, dass man nach längerer Zeit, in der man kein Leinöl zu sich nahm, erstmal in eine richtige Leinölphase kommt, in der der Körper zur Auffüllung seiner Depots Leinöl regelrecht fordert. In solch einer Phase verbessern sich Atmung und körperliche Leistungsfähigkeit innerhalb weniger Tage bis sie auf einem Höhepunkt sind. Dann lässt auch das Verlangen nach Leinöl wieder nach.
Rohes, nicht mit Wasserdampf behandeltes Kokosöl ist ein wunderbares Universalöl für Hirn, Hormone und Haut. Durch seinen hohen Laurinsäureanteil wirkt es innerlich wie äusserlich sehr gut gegen Parasiten, Viren, Pilze und Bakterien. Neben dieser Wirkung hilft es auch, um genug der benötigten Fettsäuren für die Hormonproduktion zur Verfügung zu haben. Ich empfehle besonders das Kokosöl von Dr. Goerg, das einen selten erreichten Laurinsäuregehalt von über 59 % aufweist und als eins von wenigen Kokosölen spätestens am dritten Tag nach der Ernte bei 38°C im Erzeugerland (Philippinen) gepresst wird.
Ich verwende Kokosöl innerlich und äusserlich als Universalkosmetikum. Äusserlich als Creme, Bodylotion, Deo und Zahnputz. Es zieht schnell ein und hinterlässt keine verharzenden Fettrückstände auf der Kleidung wie andere Öle. Auch im Auto habe ich ein kleines Gläschen für schnelle Energie, als Creme und gegen den Geruch nach dem Tanken zum Einreiben der Hände.
Andere Top-Öle sind zum Beispiel Hanföl, Olivenöl, Arganöl und Rotes Palmöl (von Aman Prana). Bitte kein anderes Palmöl oder palmölhaltige Produkte kaufen! Ich weiss nicht, ob selbst die Bio-Firmen mittlerweile garantieren können, dass für ihr Öl kein Regenwald gerodet und keine Bauern von ihrem Land vertrieben werden. Das war vor zwei Jahren noch ein massives Problem. Palmölproduktion ist neben Tierwirtschaft, Gentechnik und der Vergiftung von Lebensräumen durch Chemikalien das grösste Problem in der Landwirtschaft unseres Planeten.
Auch Samen, Nüsse, Kokosnüsse und Avocados enthalten viel Öl, das oft für den Tagesbedarf ausreichend oder gar schon zu viel ist. Ich empfehle jedoch, sie nur selten zu verwenden, da sie für eine sehr ungünstige Entwicklung des Omega3-Omega-6- Verhältnisses sorgen.
Welche Fette nicht?
Keine Margarine oder Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren!
Ich empfehle keine Öle mit zu extremem Verhältnis von Omega 6 zu Omega 3 wie Nussöle, Sonnenblumenöl, Distelöl oder Traubenkernöl für die Daueranwendung. Ebenfalls empfehle ich kein Öl aus gerösteten Samen für die Daueranwendung. Auch Kürbiskernöl, Sesamöl und Arganöl sind ungeröstet zu bekommen.
Empfehlenswerte Firmen?
Das Kokosöl und die anderen Kokosprodukte von Dr. Goerg sind meine absoluten Favoriten, was Kokos betrifft.
Rapunzel ist für mich bei Leinöl und Hanföl unschlagbar. Die Öle werden unter Luftabschluss gewonnen, dann in dunklen Flaschen und in Kartons verpackt (Bitte drumlassen bis das Öl verbraucht ist.)
Auch die Öle von Bio Planète kann ich sehr empfehlen. Sie werden bei sehr niedrigen Temperaturen gepresst. Kokosöl, Hanföl und Leinöl sind top, wenn die anderen hier empfohlenen Firmen nicht erhältlich sind.
Kokosöl, rotes Palmöl und die Öl-Mischungen von Aman Prana sind sehr gut. Die Aufklärungsarbeit von Aman Prana ist beispielhaft. Hier die Links zu ihren Broschüren:
Wie lagern?
Kühl. Nicht zu hell. Leinöl dunkel (in Karton oder dunkler Flasche), im Kühlschrank oder kalt, nicht in der Kühlschranktür (schon diese ständige Bewegung lässt es zu schnell oxidieren).
Fett durch fett? Gesättigte oder ungesättigte Fette?
Generell macht Fett nicht fett wenn, man nicht zuviel davon isst. Täglich etwas Leinöl zu nehmen, wird selbst von Bodybuildern empfohlen, die gnadenlos dabei sind, ihre Körper auf unter 10 % Körperfettanteil zu bringen. Eine kleine Menge Leinöl am Tag verbunden mit Kraftsport, Sprints oder Intervalltraining ist zum Abnehmen und für den Körperfettabbau optimal. Die Massai zeigen eindrucksvoll, wie schlank, muskulös und sehnig Körper durch relativ viel Fett sein können – in ihrem Fall gesättigtes Fett.
Gesättigte pflanzliche Fette wie Kokosöl erhöhen übrigens die Stoffwechselrate, während ungesättigte Fette sie erniedrigen. Eine hohe Stoffwechselrate hilft beim Abnehmen, während eine geringe es erschwert. Beide Arten von Ölen sind für uns wichtig, von ungesättigten braucht der Körper etwas weniger.
Fehlen Sport und ausreichendes Nahrungseiweiss, wird Fett leicht zum Problem.
Wozu Körperfett?
Zum Beispiel für ausgeglichene Körperwärme. Als Energiereserve. Um die unterschiedlichsten Stoffe herzustellen – zum Beispiel Hormone und Gallensäure, um Schwermetalle und Säuren im Körper zu puffern und sie abzutransportieren und so Organe vor einem Übermass davon zu schützen. Um Löcher in den Wänden von Blutgefässen zu verstopfen, wenn zu wenig von der Kombination Vitamin C/OPC im Körper vorhanden ist.
Die Aufstellung zeigt schon, weshalb Körperfett nur verbunden mit basischer Ernährung und stressarmer Lebensweise, Ausleitungen mit Chlorella-Algen (Top!), Kamut-, Dinkel-, Weizen-, Gersten- und Grassäften, grünem Blattgemüse und einem beständigem Angebot frischer, guter Öle in kleinen Mengen reduziert werden sollte.
Artikel zum Thema Fette:
- Kokosprodukte
- Pflanzliche versus tierische Fette
- Wieviel und welches Fett ist genug?
- Wunderbares Kokosöl
- Welche Fette wann, Essensphasen und der Körper als sein bester Spezialist
- Das Verhältnis zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren
- Omega-Fettsäuren
- Cholesterin senken? Kein Problem – How to lower your Cholesterol
- How to Eat – Vesanto Melina auf RawVeganRadio.com
- Wichtige Ergänzung – Avocados reichen zur Versorgung mit Omega-3 Fettsäuren nicht aus
- Fleisch, Fisch und Omega 6
- Supergift Amalgam
- Sommer – Sonne – Hautschutz: Früchte, Grün und die richtigen Fette









Ist es nicht besser, statt Leinöl gleich Leinsamen zu essen?
Das wäre im Prinzip schon besser. Ich selbst mag Leinsamen nicht besonders. Insbesondere keine Leinsamencracker. Das hat nichts mit ernährungsphysiologischen Bedenken zu tun, ausser dass ich finde, dass Lebensmittel am besten superfrisch, nicht oder wenig zubereitet und mit ihrem vollen Wasseranteil gegessen werden sollten. Doch mag ich Leinsamencracker weder vom Geruch noch vom Geschmack.
Dafür bin ich ein Fan von Chiasamen. Die enthalten auch einen hohen Omega3-Anteil, werden aber nicht so schleimig wie Leinsamen, obwohl sie auch sehr viel Ballaststoffe, Eiweisse und andere gute Stoffe haben und den Darm ebenso gut reinigen. Während Leinsamen auch hormonell wirken, tun Chiasamen das nicht. Chia ist angenehmer zu verarbeiten, wie ich finde: einfach für etwa 15 Minuten in viel Wasser einweichen und über etwas Obst geben! Wer es so nicht mag, gibt eine minimale Menge Agavennektar o.ä. dran, evtl. noch etwas Vanille oder Carob oder Kakao. Auch Puddings kann man damit machen oder es in etlichen anderen Gerichten mitverwenden.
Kakaobutter ist erhitzt, weil sie kalt gar nicht erzeugbar ist !
Olivenöl ist mit das schlechteste Öl was es gibt, darum schmeckt das auch so widerlich. Es war nur das erste Öl was es gab, weil es ich leicht pressen ließ, früher, als Maschinen noch nicht aktuell waren, im römischen Mittelalter.
Hallo Rolf,
warum sollte man Kakaobutter nicht unter Temperaturen von 40 Grad erzeugen können ?
Warum ist Olivenöl das schlechteste Öl was es gibt?
Liebe Grüße
Frank
Lieber Rolf, ich weiss du wirst das wahrscheinlich nicht mehr lesen, zu lange ists her.
Doch solche Unwissenheit kann ich einfach nicht unbeantwortet lassen.
Erstens mal dazu :
Olivenöl ist sehr Gesund, schmeckt köstlich, ist für den Körper leicht verarbeitbar etc etc.
Einzig als omega3 quelle ist es nicht zu gebrauchen, wegen dem schlechten omega6 zu omega 3 verhältnisses.
Zweitens, deine Geschichtskenntnisse… erfindest du das einfach so? Oder hast du das wirklich irgendwo falsch aufgenommen?
1. Die Älteste Ölpflanze der Welt ist der Sesam.
2.Olivenbäume und anschliesend Olivenöl wurde nicht von den Römern, sondern von den Griechen kultiviert.
3. War das nicht im Mittelalter, sondern in der Antike (mit dem Untergang des Röm reiches beginnt offiziell das Mittelalter…)
Lg Horst
Hallo,
bin auf der Suche nach einer Quelle für guter und finanzierbarer Bio-Kakaobutter für meine Cremetorten. Mann ist das schwierig. Ich kenne Biosamara als Schweizer Händler. Da habe ich gehört, dass der vertrauenswürdig sein soll. Aaber teuer, was wisst ihr von Rohschoko.de oder sonstigen Shops?
Danke für eure Tips!
lg, Verena
Hallo Verena,
Die Bio-Kakaobutter von Biosamara kenne ich noch nicht.
Dafür die von http://www.Rohschoko.de und http://www.PureRaw.de
Die finde ich beide sehr gut.
Liebe Grüsse,
Christian
Hallo Christian!
Was mir abgeht bei der Auflistung der Öl Produzenten ist die Bodensee Ölmühle – die sollen bei extremst niedriger Temperatur pressen? Machen auch div. Nusscremes. Kennst du die?
lg, Verena
Hallo Verena,
ich habe bisher Widersprüchliches gehört und bin mit dem Inhaber zur Rohvolution an diesem Wochenende verabredet, um mich ganz überzeugen zu lassen.
Liebe Grüsse, Christian
Es ist nicht zu der Besichtigung gekommen. Das Öl der Mühle mag sogar sehr gut sein, das kann ich so nicht beurteilen. Der Inhaber hat sich jedoch ohne jede Not mehrmals auf der Rohvolution menschlich so disqualifiziert, dass ich wie auch etliche andere Zubereiter und Gäste, die vorher an seinen Produkten interessiert waren, mich nicht weiter dafür interessieren und auch nicht davon kaufen werde. (Dazu gab es keine Absprachen, wir berichteten uns später davon, dass wir unabhängig voneinander davon Abstand genommen hätten.) Schade. Wir sollten eine Rohkost-Familie sein, in der Verschiedenheit erwünscht und Leistung anerkannt ist und nicht mit Halbwissen vage Behauptungen über verschiedenste andere Firmen in die Welt gesetzt werden.
Danke Christian, dass du nochmals auf meine Frage eingegangen bist – ja der menschliche Aspekt gehört zum Ganzheitlich sicher dazu. Zum Glück kann ich mir mittlerweile auch im Bereich der Veganen/Rohkosternährung aussuchen, in wen ich mein Geld und meine Energie investiere. Ich muss diesbzgl. noch die Spreu vom Weizen trennen lernen Christian, da ich ernährungstechnisch noch in der Umstellungsphase bin und noch nicht weiss, Toffuti oder Heirler oder Soyana…..
liebe Grüsse, Verena
Danke Verena,
ganz liebe Grüsse, Christian