Was ist vegan? Warum vegan leben?

Definitionen

Vegane Ernährung: schliesst alle tierischen Nahrungsmittel aus. Fleisch, Fisch, Eier, Milch und Bienenprodukte sowie alle Lebensmittel, die Bestandteile oder Spuren von ihnen enthalten, gehören deshalb nicht zur veganen Ernährung.
Begane Ernährung: schliesst Bienenprodukte ein, alle anderen tierischen Produkte aber aus. Bei Bienenprodukten werden von vielen Veganern Ausnahmen gemacht, vor allem, weil Bienenzucht heute nötig ist, da, die moderne Landwirtschaft und Agrarchemie massiv Wildbienen und andere Bestäuber vernichten und die Welternährung deshalb – wenn auch von vielen unbemerkt – auf der Kippe steht. In der Regel nennen sich Beganer meist vegan. Das ist bei Einladungen zu beachten, wenn man Veganer ist.
Vegane Lebensweise: schliesst alle tierischen Produkte aus. Dazu gehören alle tierischen Lebensmittel, Pelz, Leder, Knochen, Federn und Daunen und Wolle und kosmetische Beimischungen wie Wollfett (Lanolin) etc. Es gibt viele Veganer, die sehr streng auf diese Kriterien achten. Viele tun es auch aus Kostengründen und aus Gründen der Wertschätzung des ihnen einmal von Tieren erbrachten Opfers. So werden oft Sofas, Sessel, Teppiche, Schuhe, Gürtel und Portemonnaies, vor allem aber Wollprodukte (wozu auch die meisten Herrenanzüge zählen) weiterbenutzt. Gerade Lederschuhe und Wollkleidung sind für viele nur schlecht zu ersetzen, da die Alternativen zu beiden meist sehr viel weniger wärmen und vegane Schuhe oft noch schwer zu bekommen sind.
All diesen Gruppen gemeinsam ist das starke Bemühen, so viele tierische Produkte wie es der eigene Schutzbedarf (Kälte, Geld) nur irgend erlaubt bei der eigenen Verwendung auszuschliessen.

Die Gründe dafür, auf eine vegane Ernährung umzusteigen, sind sehr unterschiedlich:

  1. ethische Gründe
  2. die eigene Gesundheit
  3. Geschmacksvorlieben
Während die meisten Veganer aus ethischen Gründen zu Veganern wurden, gibt es immer mehr Menschen, die dies tun, um selbst gesund zu werden. Bei den Geschmacksvorlieben geht es meist darum, dass heute mehr Menschen als je zuvor die vegane Rohkost für sich entdecken, oft auch darum, dass jemandem Milchprodukte gar nicht schmecken, seltener noch, dass dies den Geschmack von Fleisch betrifft.
Bei den ethischen Gründen spielen vor allem anderen das Leid der Tiere, vor allem in der Massentierhaltung, aber auch durch die Jagd eine Rolle, dann Umweltverschmutzung, Regenwaldvernichtung, Ressourcenverschwendung, der Hunger auf der Welt, sehr selten der unangemessen hohe Einsatz von Antibiotika, Impfungen und anderen Medikamenten sowie die Verfütterung von Abfallstoffen aus der Erdöl- und Nahrungsmittelindustrie und von Tierleichen aus der Massentierhaltung.

Die ethischen Gründe für eine vegane Lebensweise:

  1. Das Leid der Tiere, insbesondere in der heutigen Massentierhaltung
  2. Die immensen Auswirkungen der Massentierhaltung auf die Umwelt
  3. Die Folgen für die Welternährung und für die Armut in der 3. Welt
Dies sind Gründe dafür, sich generell nicht von Tierprodukten zu ernähren. Andere, ethisch eher vertretbare Produkte werden kaum in Geschäften, Imbissen und Restaurants angeboten.
Die Gründe dafür, auf eine vegane Ernährung umzusteigen, sind sehr unterschiedlich:
Für mich ist eine vegane Ernährung so selbstverständlich und für absolut jeden Menschen vorteilhaft, dass ich nicht mal die Lust habe, Gründe aufzuführen. Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, viele Krebsarten, die meisten Infekte etc. wären meiner Überzeugung nach für jeden Einzelnen Geschichte, würde er sich vegan ernähren.
Ganz zu schweigen von den wichtigsten Gründen für die meisten von uns, mich eingeschlossen. Tiere brauchen überhaupt nicht zu leiden. Wir brauchen sie weder um uns zu ernähren, noch um uns Materialen für irgendwelche anderen Zwecke zu liefern. Und der Planet stöhnt genug unter der Last der weltweiten Massentierhaltung und Leerfischung der Meere und Seen.

Recht auf freies Leben auf der Erde:

Alle Überlegenheits- und Unterlegenheitsdiskussionen beiseite gelassen, ist klar, dass Tiere Schmerzen genauso spüren wie ein Mensch. Dass sie Bedürfnisse haben, die darüber hinausgehen, nur keinen Schmerz spüren zu wollen. Wie Menschen wollen und brauchen Tiere Austausch untereinander, Kennenlernen der sie umgebenden Welt, Spielen, Bewegung usw.
Für alle Veganer die ich kenne, ist der Wunsch, jedem Tier diese seine natürlichen Rechte zu gewähren, der wichtigste ihrer Gründe, vegan zu leben. Wer mehr Gründe braucht, findet mit der Zeit im folgenden Text mehr und mehr Gründe. Er wird nach meinen zeitlichen Möglichkeiten ständig weiter ergänzt.

Flächennutzung, Abholzung, Verödung:

Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen werden 30 Prozent der eisfreien Landfläche der Erde direkt oder indirekt für die Viehhaltung, vornehmlich Fleisch- und Milchproduktion, genutzt (Ingrid Newkirk, PETA). Weil der Fleisch- und Milchhunger der aufstrebenden Nationen immer stärker wächst, werden auf dem gesamten Globus riesige Naturflächen in “Kulturlandschaften” verwandelt, Wälder abgeholzt, Rückzugsgebiete für Tiere und Menschen unwiederbringlich zerstört. Einst unglaublich artenreiche Gebiete werden einer einzigen Tierart oder Kulturpflanze geopfert – nicht zur Erhöhung ihrer Lebensqualität, sondern nur für den menschlichen Gaumen, für Profitgier und künstlich erzeugte Armutsangst.

Wassernutzung, Versteppung, Wüstenbildung:

Nur 4% unseres privaten Wasserbedarfs entfallen auf unsere Wasserverwendung zu Hause, 96% auf andere Bedarfe – vor allem auf das, was wir essen und trinken.
Um 1 kg Äpfel zu produzieren, braucht es 700 l Wasser, für 1 kg Eier 3.300 l, für 1 kg Rindfleisch 15.500l. Dieses Verhältnis zieht sich durch alle weiteren Produkte und damit ist klar, dass eine vegane Ernährung die wassersparendste ist. Am besten würde eine rohe, rein vegane Früchtenahrung abschneiden, der aus gesundheitlichen Gründen jedoch reichlich grüne Blattgemüse zugefügt werden sollten. Um das Essen für einen einzelnen Fleischesser zu produzieren, braucht es mehr als 15.141 Liter Wasser pro Tag, verglichen mit 1.135 Liter für einen Veganer (Ingrid Newkirk, PETA). Wichtig zu wissen ist auch, dass die Schweiz, Deutschland und Österreich wasserreiche Regionen sind, sie aber viele Nahrungsmittel aus versteppenden Regionen beziehen, z.B. Spanien und Übersee. Denken wir einmal an Spanien. Dort wird sogar auf riesigen Flächen Wasser aus nahen Naturschutzgebieten entwendet – behördlich geduldet und mit entsprechenden katastrophalen Folgen für die Umwelt. Also ist regionale, saisonale Ernährung am besten. Der Verzehr eines tierischen Produkte trägt direkt zur Versteppung und Wüstenbildung auf der Erde bei.
Nur der Vollständigkeit halber: auch Getränke verbrauchen extrem viel Wasser. Den besten Dienst erweisen wir Gesundheit und Umwelt, wenn wir Wasser trinken.
Hier nun genaue Zahlen zum Wasserverbrauch einzelner Produkte:
Wasserbedarf pro kg in Litern! (Angaben von Waterfootprint.org):
Getränke pro 125 ml:
Tee 15, Bier (aus Gerste) 37,5, Kaffee 140, Wein 120, Milch 125
Obst pro kg:
Erdbeeren 276, Orangen 460, Äpfel oder Birnen 700, Bananen 859, Pfirsiche oder Nektarinen 1.200, Mango 1.600, Kokosnüsse 2.500, Datteln 3.000
Gemüse pro kg:
Salat 130, Karotten 131, Tomaten 184, Kohl 200, Gurken oder Kürbis 240, Kartoffel 900, Spargel 1.473, Oliven 4.400
Getreide und Soja pro kg:
Mais 900, Weizen oder Gerste 1.300, Soja 1.800, Sorghum-Hirse 2.800, Reis 3.400, Hirse 5.000
Süßes pro kg:
Zucker (aus Zuckerrohr) 1.500, Schokolade 2.400, Kakao 27.000
Tierprodukte pro kg:
Milch 1.000, Käse 5.000, Ei 3.300 (1 Ei 200), Huhn 3.900, Ziege 4.000, Schwein 4.800, Schaf 6.100, Rind 15.455, Leder 16.600
Zusätzliche Zahlen:
1l Apfelsaft 950,1 Scheibe Weißbrot 40, 1 Hamburger 2.400, 1 Baumwoll-T-Shirt 2.700, 1 A4-Blatt Papier 10, 1 Industrieprodukt pro US-$ Warenwert aus USA 100, aus Westeuropa 50, aus dem asiatischen Raum 20
Im originalen Blog-Artikel über Wasser sind die Links mit weiteren Informationen und Quellenangaben enthalten, die hier wegen der noch ausstehenden Abschnitte keinen Platz finden können.

Abwässerproduktion:

Ein Schwein produziert viermal mehr es Stuhl, als ein Mensch. Nach Angaben der Union of Concerned Scientists, generieren industrielle Tierhaltungen pro Jahr 300 Millionen Tonnen Dung – mehr als das Doppelte dessen, das die gesamte US-Bevölkerung produziert.
Diese Abwässer werden anders als die von Menschen produzierten ungeklärt entsorgt. (Ingrid Newkirk, PETA


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